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21 Dezember 2010

Dankbarkeit?

Zum Jahresende hin zieht man Bilanz. Also auch ich. Das übergeordnete Thema dieses Blogs sagt auch schon, was mich bei dieser Bilanz am meisten beschäftigt. Und warum auch nicht? Es war das größte Thema in diesem Jahr für mich, und voraussichtlich wird es das auch erst mal bleiben.

Auch wenn man das denken könnte: Die MS hat doch ein paar gute Sachen gebracht. Ich werde quasi zu Ruhepausen gezwungen, weil ich einen Unterschied bemerke, wenn ich keine Ruhepausen habe. Da lernt man, jeden freien Tag zu genießen.

Ich habe schon geschrieben, dass ich so gesund esse wie schon seit langem nicht mehr. Aber auch die Ritualisierung des Essens ist ein Pluspunkt: Wenn ich nach Hause komme, dann bekomme ich meist direkt etwas zu essen. Und zwar etwas richtiges. Frisch gekocht, Fisch, Gemüse etc. - wer möchte das nicht?

Zu guter Letzt das Zwischenmenschliche: Ich hatte wohl noch nie wirklich jedes Mal ein warmes Gefühl, wenn ich mit meiner Freundin auf dem Bett liege und in der Dämmerung zwischen "gerade noch wach" und "eingeschlafen" bin. Jetzt habe ich es und möchte es nicht mehr missen.

Bin ich also dankbar? Ja, aber nicht für die MS. Alles, was mit ihr an positiven Dingen einhergeht, hätte ich auch ohne sie haben können.

08 November 2010

Musste sein

Wie schon zuvor prophezeit, musste ich mich wirklich krankschreiben lassen, habe dann aber auch die erhoffte Ruhe bekommen. Sieben Tage durcharbeiten und dann noch eine normale Arbeitswoche haben Spuren hinterlassen. Der Schwindel war stärker, die Nebenwirkungen des Interferons wurden stärker, und am Donnerstag um vier Uhr morgens war nach drei Stunden Schlaf und Grippesymptomen wie Fieber und Schüttelfrost (typisch für Interferon, aber nervig) nicht nur die Nacht, sondern auch die Woche zu Ende.

Ich habe dann meine Krankheit genutzt, um mir einen gelben Schein geben zu lassen - für irgendwas muss der ganze Scheiss ja gut sein. Elf Stunden Schlaf hatte ich dann am Stück, danach ging es eindeutig besser. Und auch mit jedem weiteren Schlaf. Sonntags ging es mir dann schon wesentlich besser.

Was lerne ich daraus? Ruhe ist wichtig. Und mir selbst ist Ruhe auch wesentlich wichtiger geworden, seit ich die Unterschiede zwischen Stress und Ruhe selbst erlebt habe.

Die Umstellung meines Lebens ist noch nicht ganz vollzogen, aber ich arbeite mich vor. Rückschläge wird's wahrscheinlich geben, aber da muss ich durch. Alleine die Ernährungsumstellung ist ein Brocken, aber wenn die Freundin fantastisch kocht und sowieso schon immer lieber das essen wollte, was ich jetzt essen sollte, dann ist das alles kein Problem. Und am Wochenende wird gesündigt, dass das mal klar ist!